Lost im Geschenke-Dschungel

Weihnachten? Juhuuu!
Weihnachtsgeschenke!? Hilfe!
Was schenke ich Mirko?

Insbesondere das erste Fest, das man als Pärchen gemeinsam erlebt, ist geschenketechnisch eine knifflige Angelegenheit. Im Laufe der Zeit wird es einfacher. Und mit meinen anderen Liebsten finde ich es auch nicht allzu schwierig.

Unromantisch, aber hilfreich

Mit meiner Familie habe ich eine – auch wenn es etwas unromantisch klingt – Wunschlisten-WhatsApp-Gruppe. Jeder schreibt seine Weihnachtsgeschenke-Wünsche rein, die anderen sprechen untereinander ab, wer was wem schenkt. Die letzten zwei Jahre hat das bestens geklappt. Niemand musste Freude über einen Schnellkochtopf, geschmacklose Socken oder hässliche Dekofiguren heucheln, stattdessen haben sich alle aufrichtig gefreut. Und die ein oder andere kleine Überraschung gab es trotzdem noch. Mein Bruder beispielsweise hatte sich ein Hemd einer bestimmten Marke in ganz bestimmter Passform gewünscht. Dass ich ihm dann ein zart violettfarbenes aussuchte – da hatte er vermutlich nicht mit gerechnet. Zumal er selbst wahrscheinlich zum x. Mal zu hellblau oder blau-weiß-kariert gegriffen hätte. Aber nach kurzer Zeit gefiel ihm diese völlig neue Farbidee so gut, dass es eines seiner Lieblingshemden wurde.

EINE Eintrittskarte für…

Das vorherige Geschenke-Absprechen per WhatsApp ist auch deshalb so gut, weil frau ggf. regulierend eingreifen kann. Zum Beispiel hatte mein Cousin meiner Mutter eine Karte für „Feuerwerk der Turnkunst“ schenken wollen. Betonung auf EINER Karte. Dass man solche Veranstaltungen lieber mit einer Begleitperson besucht, welche dann auch eine Karte bräuchte, darauf war er irgendwie nicht gekommen. Zwar hatte mein Cousin einen Platz in einer tollen Kategorie ausgewählt (und leider auch schon gekauft) – aber es war eben nur noch ein Rest-Einzelplatz, sodass die beiden benachbarten Plätze schon verkauft waren. Ich kontaktierte den Ticketservice und schilderte der Frau das Problem. Zum Glück konnte ich die Einzelkarte zurückgeben und dafür zwei andere Tickets kaufen. Da mir die Veranstaltung auch zusagte, ging ich auch gleich gemeinsam mit meiner Mama hin.

Meine Freundinnen und ich verzichten größtenteils auf gegenseitige Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke. Stattdessen gehen wir lieber gemeinsam essen, frühstücken oder bummeln über den Weihnachtsmarkt. In Ruhe endlich wieder gemeinsam Zeit verbringen – herrlich. Aber all das will ich mit Mirko natürlich sowieso machen ;).

Was der sich wohl einfallen lassen wird? Zwar bin ich mir sicher, dass es nichts aus der oben genannten „Kochtopf-Dekofigur-Kategorie“ wird, aber da es ja unser erstes Weihnachten ist, bleibt ein kleines Restrisiko.

Eingepackt sieht es sehr hübsch aus… Hoffentlich ist es noch genauso schön, wenn es ausgepackt ist!

 

„Ok, Google…“

Mal sehen, welche Tipps Google für mich bereithält. Ich lande auf einer Geschenkideen-Seite. Wer soll beschenkt werden, zu welchem Anlass und in welcher Preiskategorie, fragt mich die Seite. Zielperson Freund, denke ich mir – und schüttle angesichts der Ergebnisse den Kopf. Unter anderem sind da zum Beispiel drei Anzüge, bestehend aus Hose, Jacke und Krawatte – einmal mit Superman-, einmal mit Batman-Logos und einmal im gestreiften Schwarz-Rot-Gold-Look. Geht gar nicht! Und warum ich 60 Euro für ein „Champagnerglas mit Swarovski-Sternen – mit und ohne Gravur“ oder für ein Kissen in Form einer Schinkenkeule ausgeben sollte, leuchtet mir auch nicht ein. Witzig finde ich, dass ich die Bettwäsche „Feuerwehrmann“ (60 Euro) bislang eigentlich nur aus der Kinderabteilung kannte.

Wer braucht so einen Scheiß?!

Nein nein, ich wechsle von „Freund“ auf „Männer“; hier wird es sicher eher etwas für meinen Mirko geben. Hm. Obwohl nun auch edlere Geschenkideen auftauchen, treffe ich hier ebenfalls wieder auf Batman, Superman und Deutschland unter den Topseller-Ergebnissen. Puuh. Wer trägt denn so einen Scheiß?! Das wird wohl kaum eine Frau ihrem Typen schenken. Kurz stelle ich mir vor, wie ich Mirko das ebenfalls vorgeschlagene, 352-seitige Buch „Wüsten von oben“ (59 Euro) schenke. „Äh… Machen wir nächstes Jahr eine Safari?“, würde er wohl etwas ratlos fragen. Eine Totenkopf-Schale (für 60 Euro) finde ich ebenso furchtbar wie den „edlen XXL-Kerzenhalter Medusa“ (für 100 Euro!). Nein, danke. Das ist mir hier nun wirklich keine große Hilfe.

Ratlos bleibe ich zurück. Verloren im Geschenke-Dschungel.

Leute, irgendwelche Tipps?

 

(Bilder: imago, dpa)