Was Frauen wollen: Bonnys Wunschzettel an die Männerwelt

„Was soll ich meiner Freundin bloß zu Weihnachten schenken?“ Das Zetern des Nachbarn hallt mir jetzt noch in den Ohren. Ich wusste gar nicht, dass er eine Freundin hat… „Schreib doch mal über Geschenketipps!“ Herrje, dachte ich nur. Wer braucht das? Frauen sind doch so einfach zu beschenken!

Sie wünschen sich immer was und brauchen von den meisten Dingen mehrere. So schwer ist das doch nun wirklich nicht – dachte ich. Als Claudia mir aber am Freitag auf dem Lambertimarkt die Ohren volljammerte, dass sie von ihrem Ex – zur Hölle soll er fahren – mal einen Entsafter bekommen hatte, war ich dann doch überzeugt. Gerne verhindere ich Schlimmes.

Hier also mein persönlicher, immer gültiger Wunschzettel.

Die schlechte Nachricht vorneweg – zumindest für alle, die Bastelscheren und Werkbänke verabscheuen: Selbstgemachtes erwärmt das Herz. Ein selbst gebastelter Kalender. Eine selbst geschreinerte Kommode. Eine selbst geschriebene Geschichte. Ein Gedicht, ein Song, ein Brief, eine kleine Showeinlage – und die Schmetterlinge im Bauch fliegen hoch. Schönheitsfehler verleihen dem Geschenk wahren Charakter.

Übermäßigen Kitsch verzeihen wir großzügig. Einziger Wermutstropfen: Wenn’s aus und vorbei ist, verstopfen diese Geschenke die Rumpelkammer. Wegschmeißen will man den Kram aus moralischen Gründen aber nicht. Na ja, egal – wenn auf eines Verlass ist, dann auf Umzüge. Sie kommen immer und immer wieder. Und jedesmal – ups – geht dabei was kaputt. Was für ein Pech…!

Weniger sperrig sind Aktivitäten, die man gemeinsam unternimmt. Ja ja, jetzt nicht, was ihr denkt. Zumindest nicht nur. Also, wir freuen uns über Einladungen in Café, Restaurant, Kino, Theater, Oper, Sauna, Schlittschuhbahn, Klettergarten, Ausflüge, Wellness-Wochenende, Wanderungen, Reisen… Je nach Vorlieben. Die Möglichkeiten sind grenzenlos und die Freude darüber auch. Denn das ist es doch, was wirklich zählt: Was Tolles zusammen erleben. Kleiner Tipp am Rande: Bloß keine Gutscheine verschenken! Termin festlegen und sofort die Karten kaufen oder die Reise buchen! Sonst gerät das Geschenk in Vergessenheit und man findet irgendwann später in seiner Rumpelkammer die Gutscheine wieder – als traurige Erinnerung an etwas, das man nie getan hat.

Nie, nie, nie etwas falsch machen können Männer, wenn sie schöne Dinge – Ketten, Ohrringe – verschenken. Warum wir auf Schmuck so abfahren? Weil er uns damit ohne Worte sagt: Du bist schön. Das hören wir immer gerne, vor allem wenn es dabei glänzt und glitzert. Das Risiko von Fehlkäufen ist hier zwar hoch, aber wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt eine Freundin oder Schwester zur Beratung mit. Ähnliches gilt übrigens für Unterwäsche: Schmeichelhaft, aber nur wenn sie passt. Männer sollten sich beim Aussuchen an der Realität orientieren und nicht in Wunschdenken verfallen. Zahlen helfen hier weiter. Ein klarer Kopf auch.

Kommen wir zur Kür. Ich nenne sie die aufmerksamen, einfühlsamen Geschenke. Das sind die, für die er sie gut kennen muss. Für die er schon lange vorher Ohren und Augen aufsperren muss. Ich gebe zu, das klingt anspruchsvoll. Aber manchmal gibt es diese Glanzstücke. Ich kann sie an einer Hand abzählen (Karte für ein Bundesligaspiel, Hot-Stone-Massage-Set…) – aber immerhin! Am meisten freuen wir uns über echte Überraschungen. Über etwas, was wir gerade dringend brauchen, aber uns nie zu verlangen getraut hätten. Oder was wir uns immer schon gewünscht haben. Der pure Wahnsinn daran ist, dass wir dafür nicht mit dem Zaunpfahl winken müssen, sondern dass er uns diesen Wunsch von den Lippen abliest. Das ist wie Tanzen im Regen. Das ist wie Schwimmen in den Sonnenuntergang. Das ist das vollkommene Geschenk. Uns ist auch klar, dass wir es nicht jedes Jahr bekommen können, aber wenn – ja dann ist unser Herz nicht nur erwärmt, dann verschenken wir es.

Aber was plaudere ich hier von unseren Wünschen! Schließlich ist das doch ein Frauenblog. Auch wenn Claudia und ich gerade Single sind, interessiert uns natürlich brennend, was Männer sich wünschen. „Ein Autowaschen im Bikini!“, ist die klare, konkrete, ehrliche Antwort des Nachbarn, in dessen Augen sofort Vorfreude und ein wenig Gier auflodern.

Na, wenn’s mehr nicht ist:

Beitragsbild (Wunschzettel): Dennis Skley, https://www.flickr.com/photos/dskley/