Liebes Online-Möbelhaus, ich wollte einfach nur ein Bett…

Seit anderthalb Monaten wohne ich nun in meinem neuen Zuhause – und seit anderthalb Monaten habe ich kein Bett und schlafe auf dem Sofa. Auf eben diesem sitze ich auch gerade und frage mich: Wie hat alles nur so schieflaufen können?

Möbelhäuser hatte ich durchlaufen, online gestöbert und mir über die perfekte Größe Gedanken gemacht. Dann hatte ich „es“ endlich gefunden! Mit fast 1000 Euro zwar nicht ganz billig, aber ein wunderschönes Massivholzbett mit leicht rustikalem Touch in 180×200. Massivholz ist für mich als Allergikerin sowieso ne dufte Sache. Die Lieferzeit sollte mehrere Wochen betragen, aber das nahm ich in Kauf.

Klick – bestellt.

 

Endlich!

Ich freute mich, als ich Wochen später einen Anruf des Möbelhauses bekam, dass mein Bett in der Woche drauf geliefert werden könnte. Die nette Dame stimmte einen Termin mit mir ab. Einen Tag vor dem Liefertermin sollte ich ein zweistündiges Zeitfenster genannt bekommen, am Tag selbst eine halbe Stunde vorher einen Anruf.

Die beiden Männer, die mir dann das Bett lieferten, waren super nett. Obwohl sie ob der mega-schweren drei Pakete, die sie mir in den ersten Stock hochschleppten, fluchten.

Juhuu! Da war es also. Mein neues Bett. Sah toll aus, das Holz.

Die Freude währte nur kurz

Nachdem ich mühsam die großen, schweren Holzteile ihrem Verpackungsmaterial entzerrt hatte, wollte ich das Bett mit Mirko aufbauen. Doch bevor wir überhaupt richtig loslegen konnten, war alles schon wieder vorbei: Drei der vier Füße waren auf der falschen Seite gebohrt.

Ich rief beim Möbelhaus an. Eine Männerstimme begrüßte mich, eine junge Frau trällerte ein hippes Lied. Ich hing in der Warteschleife. Mehrere Minuten später schilderte ich einem Mitarbeiter mein Anliegen. Fazit: Ich sollte Fotos der mangelhaften Füße per Mail schicken und erneut Wochen warten, weil man mir ein komplett neues Bett schicken würde. Mir klappte die Kinnlade runter. Das ganze Theater von vorn? Warten, die Lieferanten wieder mit den irre schweren Teilen durchs Treppenhaus ziehen lassen, das jetzige Holzbett wieder aus der Wohnung raushieven? Puuuuuh. Immerhin, so der Mitarbeiter, bekämen die Lieferanten schon Bescheid, dass ich mir nur drei Füße aus der riesigen Lieferung picken würde.

„Nun“, dachte ich mir, „da das Ganze nicht mein Verschulden ist und ich weitere Wochen kein Bett haben werde, frage ich in der Mail gleichzeitig mal nach einer Entschädigung.“ Alternativ, so drohte ich in der Mail an, würde ich mich nach einem sofort verfügbaren Bett vor Ort umsehen.

Zwei Tage später folgte die vermeintlich erfreuliche Antwort. Man würde mir 160 Euro Rabatt gewähren oder einen Einkaufsgutschein in Höhe von 240 Euro für die nächste Bestellung. Ich wählte die 160 und dankte herzlich.

Pustekuchen

Drei Tage später folgte eine Antwort, dass man sich freue, dass ich mit dem Vorschlag einverstanden sei.

Ich solle aber beachten, „dass mit Annahme des Rabatts die Gewährleistung und Garantie auf die Produkteigenschaft für den Mangel entfällt, auf welchen wir den Rabatt eingeräumt haben. Es ist somit nicht möglich, weitere Beanstandungen für denselben Mangel dieses Artikels geltend zu machen.“

Ich erstarrte. Das konnte jawohl nicht deren Ernst sein. Die waren also davon ausgegangen, ich würde das falsch gebohrte Bett – mit dem ich, weil ich es ja eben nicht mal aufbauen konnte, nichts anfangen konnte – behalten?! Und sie hatten ergo auch noch gar nicht ein neues Bett bzw. neue Füße bestellt? Ich schrieb eine entrüstete Mail zurück.

Da mich diese ständige Warterei auf Antwort ganz kirre machte, rief ich einen Tag später wieder die Hotline an. Und hing gut zehn Minuten in der Warteschleife, inklusive „gleich ist jemand für sie da“-Gelaber und trällernder Trulla. Als endlich jemand dran war, ging es hin und her. Empört erklärte ich, dass die 160 Euro doch als Entschädigung für meine erneute, bettenlose Warterei gedacht gewesen waren. „Nein, so eine hohe Entschädigung hätte es da nicht gegeben“, flötete der Mitarbeiter ins Telefon. Meine Empörung wuchs weiter. Ich hatte keine Lust mehr. So viel Geld wollte ich diesen Blödheinis nicht noch hinterherwerfen. „Dann lassen Sie das Bett komplett abholen.“ Schluss. Aus. Ende.

Der Mitarbeiter versprach, mir binnen der nächsten zehn Minuten die Rücksendeunterlagen zu schicken. Doch es kam – mal wieder – nichts.

Heute Morgen schaue ich mich daher nun auf der Homepage selbst danach um. Ah, wie praktisch: in einem Chatfenster fragt man mich, ob man mir weiterhelfen könne. Ich nutze die Gunst der Stunde.

Die Antwort? Seht selbst.

 

Bilder: imago, privat

  • Tja, manchmal ist es doch besser, lokal etwas zu kaufen statt im internet…

    • Claudia

      Klar! – Hab da sogar schon was im Auge… 🙂