Kleinigkeiten, die gar keine sind – oder: Der Neuanfang

Es ist jetzt 31 Tage her, dass ich einen Neuanfang gewagt habe. Dass ich gegangen bin.

Weg von Florian, weg von Minky (seiner Katze), weg von seinem ollen Fußball, weg von seinem Kaffeeautomaten mit Zwei-Tassen-Funktion. Und heute ist endlich mein Tag 1. Heute ist endlich der Tag, an dem sich alles wieder klasse anfühlt, an dem ich sogar durch den Schlossgarten schlendern kann, ohne dass mich alte Erinnerungen vorm nächsten Schritt zurückweichen lassen. Dort hatten wir nämlich unser erstes Date.

Am Morgen geht die Sonne auf
Die Welt nimmt weiter ihren Lauf
Menschen gehen von A nach B
Im Winter fällt ein bisschen Schnee

(Farin Urlaub: OK)

 

Wenn einem kein Grund einfällt, warum man bleiben sollte, sollte man gehen. Und ehrlich gesagt gab es schon seit einer Weile keinen Grund mehr zu bleiben. Hab’ ich mir aber lange Zeit selbst nicht eingestanden. Ich wollte weder das behagliche Nest aus Gewohnheit verlassen, noch konnte ich mich von meinen Erinnerungen an unsere liebestolle Anfangszeit losreißen.

 

Dieser eine Moment…

Tja, aber dann war da dieser eine Moment.
Dieser eine Moment, in dem mir plötzlich alles um die Ohren flog.
Dieser eine Moment, in dem ich eigentlich nur schnell etwas an Florians Laptop googeln wollte.
Dieser eine Moment, in dem eine Facebook-Nachricht von „Caro“ aufploppte – einem Mädel, mit dem mein Freund anscheinend seit Wochen im regen Austausch locker-flockiger Flirt-Nachrichten stand.
Keine Ahnung, was da vielleicht noch war zwischen den beiden; ob er mich betrogen hat. Ehrlich gesagt war das aber gar nicht mehr sooo wichtig. Wichtig war, dass mir mit einem Mal alles sonnenklar war.

 

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Am Morgen war Florian einfach aufgestanden, hatte nicht mal „Guten Morgen“ oder sonst was gesagt, sondern war aufgestanden, hatte sich im Bad fertig gemacht und dann die Eine-Tasse-Taste gedrückt. Und in jenem Moment, da ich von der Flirterei mit der anderen Ische mitbekam, wurde mir bewusst, dass er permanent all die kleinen Dinge, die mir wichtig waren, ignorierte – wie zum Beispiel ein paar liebevolle Worte am Morgen, oder mich zu fragen, ob ich auch einen Kaffee oder was anderes möchte (auch wenn ich morgens erst eine Stunde später aus dem Haus musste als er und mir ergo locker fünf Tassen Kaffee hätte selbst kochen können). Vielleicht ignorierte er es nicht mal mit Absicht. Aber ich glaube, er bemühte sich nicht mal, den Dingen, die mir wichtig sind, Beachtung zu schenken. Weil sie in seinen Augen Nichtigkeiten waren. Und ich solle mich doch nicht so anstellen und überhaupt. Tz. – Klar, da war so ein bisschen Schäkern mit ner anderen Trulla weitaus unkomplizierter und bequemer…

 

Rennen im Hamsterrad

Ich hatte die ganze Zeit so krampfhaft versucht, an dieser Beziehung festzuhalten, dass ich gar nicht mitbekam, dass mich die permanenten Kämpfe – die ich mal mit ihm, mal nur mit mir selbst ausfocht – Energie ohne Ende kosteten; ohne dass in irgendeiner Weise wieder Energie reinkam. Ich rannte wie irre in einem Hamsterrad. Wisst ihr, was ich meine?

 

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Jetzt habe ich meine Energie wieder für mich allein. Und die Dinge, die mir wichtig sind.
Ich hab’ zum laut aufgedrehten Farin Urlaub ein letztes Mal meinen Schmerz und meine Wut zelebriert und bin putzend durch meine Wohnung gedanced, ehe ich sie weihnachtlich dekoriert hab’.

Ich bin wieder ich, kein wir mehr, vor allem kein wir mehr mit ihm!
Hallo neues Ich.
Hallo Neuanfang.
Hallo Leben.

Und jetzt schnapp ich mir erstmal Bonny und schlender mit ihr über den Lambertimarkt! Die muss eh mal raus aus ihrem Umzugschaos zu Hause. 🙂

 

PS: Ich trink eh viel lieber Tee!! 😀

Tee
Erstmal einen Tee… Natürlich in farblich aufeinander abgestimmten Farben ;).

 

Mehr zum Thema Neuanfang im Blog:

Alles aufgegeben und nichts verloren (von Bonny)

 

Bilder: dpa, privat