Zehn Dinge, die man Frauen NIE zu Weihnachten schenken sollte

Schweißgebadet bin ich letzte Nacht aufgewacht. Ich hatte einen Albtraum: Mein Freund schenkt mir einen Handstaubsauger zu Weihnachten und ich raste aus. Kaum habe ich es ausgepackt, realisiere ich das Übel, renne zum Fenster und scheuere das Ding in hohem Bogen auf die Straße. Es landet in einem riesigen Ramsch-Haufen, der bereits die Horrorgaben aus den Nachbarhäusern vereint. Es gibt so schlimme Geschenke!

Hier also – als Warnung an die Männerwelt – Bonnys Liste der absoluten Horrorgeschenke.

1. WEIGHT-WATCHERS-KOCHBUCH: So lecker, gesund und kreativ die Rezepte auch sein mögen – das ist ein echtes No-Go. Denn schon allein der Titel verkündet: Alarmstufe Rot, du musst abnehmen! Überhaupt sollte man bei Büchern, Filmen oder Musik mit unpassenden Titeln vorsichtig sein. Ich erinnere mich noch gut. Gerade war ich frisch und fürchterlich getrennt, da bekam ich eine CD mit dem Titel „Die Suche geht weiter“ (Rosenstolz) zu Weihnachten. Im ersten Moment durchfuhr es mich wie ein Blitz. Im zweiten Moment fand ich es zwar gar nicht mehr so schlimm. Aber wer Schockmomente vermeiden will, sollte sich Gedanken über die wortwörtliche Botschaft seines Geschenks machen. Auch von Ratgebern mit Benimmregeln, Beautytipps oder Psychoratschlägen ist dringend abzuraten.

2. VIELSAGENDE KOSMETIKARTIKEL: Finger weg von Faltencreme, Wachsstreifen, Cellulitecreme, Rasierer – das kann böse enden! Denn deutlicher kann man die körperlichen Schwachstellen – oder sagen wir lieber Besonderheiten – einer Frau gar nicht thematisieren. Eigentlich könnte man dann gleich sagen: Du bist alt, haarig und fett! Wer unliebsame Kosmetikartikel schenkt, ist selber Schuld, wenn sie ihm im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren fliegen.

3. PEINLICHE GUTSCHEINE: Freier Eintritt ist toll – aber wenn es sich um ein Fitnesstudio oder eine Schönheitsklinik handelt, liegt man mit seinem Weihnachtsgeschenk voll daneben. Auch diese Präsente haben die eindeutige Botschaft: So wie du bist, bist du nicht ok. Das Abnehmprogramm, die Brust- oder Nasen-OP legt man sich lieber selber auf, wenn man unbedingt will. Denn: Wer lässt sich schon gerne von jemand anderem quälen?

4. MÄNNERKRAMS: Nie, nie, nie sollte man das schenken, was man sich selber wünscht. Das beweist nur, dass einem das Einfühlungsvermögen fehlt. So begeistert man auch vom Sportkanal-Abo oder der Bundesliga-Dauerkarte ist: Die Freundin wird es einem nicht danken, es sei denn, sie ist Fußball-Fan. In den meisten Fällen wäre es aber so, als wenn er eine Musical-Karte zu Weihnachten bekommen würde.

5. ZU GROßE ODER ZU KLEINE UNTERWÄSCHE: Keine gute Idee – egal, ob es unten zu klein oder oben zu groß ist. Wenn ihm dann noch rausrutscht „Meiner Ex passte das immer“, ist die Beziehung noch vor dem ersten Weihnachtstag Geschichte. Auch Bodyforming-Wäsche ist ein klares Anti-Kompliment und sollte darum auf gar keinen Fall unterm Tannenbaum liegen.

6. BILLIGE, HÄSSLICHE KLEIDUNG: Wer Klamotten schenkt, sollte sich absolut sicher sein, was den Geschmack der Liebsten angeht. Das Gleiche gilt für Schmuck und Taschen. Wer sich dennoch dafür entscheidet, sollte sehr stilsicher, wenn nicht gar Modeblogger sein, oder die beste Freundin oder Schwester mit zum Einkaufen nehmen. Auf gar keinen Fall Dekoartikel verschenken! Auch dabei liegt man geschmacklich schnell daneben. Außerdem bekommen Frauen so etwas von ihren Müttern und Freundinnen meistens schon zur Genüge und können sich eh vor dem ganzen Schnickschnack kaum mehr retten. Da könnte man gleich die Rumpelkammer oder die Mülltüten dazu schenken.

7. HAUSHALTSWAREN: Bloß nicht! Wer einen Kochtopf, eine Pfanne oder andere Küchenutensilien verschenkt, sagt indirekt: Alte, du gehörst an den Herd! Genauso schlimm ist eine Schürze, ein Staubsauger oder ein neues Bügeleisen. Hölle! Lieber sollte man den Spieß umdrehen und der Liebsten ein selbstgekochtes Drei-Gänge-Menü servieren oder sie schick zum Essen einladen. Wenn er nicht sowieso schon oft für sie kocht! In meinem Freundeskreis würde dieser Tipp als ziemlich veraltet abgetan, da die meisten Paare abwechselnd, am liebsten aber zusammen das Essen zubereiten und verputzen.

8. EIN PORTRÄT: Der Ansatz ist nicht schlecht. Ein Bild der Liebsten kann signalisieren: So schön bist du! Und du bist die Schönste für mich! Aber: Nur in den seltensten Fällen ist so etwas wirklich so zauberhaft, wie es sein sollte. Der Künstler hat vielleicht nicht so viel Talent wie nötig. Oder die Foto-Vorlage ist schon reichlich misslungen. Ganz übel kann es ausgehen, wenn ein Karikaturist am Werk war. Plötzlich bekommt die eigentlich sehr hübsche Freundin eine Knollennase oder Hasenzähne. Eine Überraschung ist das allemal. Wer sich damit aber wirklich nett beschenkt fühlt, muss eine überdimensionale Portion Humor haben.

9. REISE IN DIE VERGANGENHEIT: „Da war’s so schön! Die Lisa fand das auch immer so toll! Und das Hotel haben wir damals schon getestet!“ Würg. So eine Schwärmerei dürfen sich die Frauen anhören, die von ihrem Liebsten eine Reise an den Ex-Freundin-erprobten Urlaubsort bekommen. Von Trips in die Liebes-Vergangenheit sollte man in jedem Fall absehen, egal wie lange her und abgeschlossen die Geschichte ist. Die jetzige Freundin wird denken: Hier war er also mit ihr, hier haben sie schon gewandert, gegessen und geschlafen, als es mich noch nicht gab. Schon beim Kofferpacken wird sie sich wie die zweite Wahl fühlen und wissen: Der Geist der Ex wird sie die ganze Reise lang verfolgen. Als Geschenk die Höchststrafe!

10. ESSEN UND NIX: Schokolade zu Weihnachten? Ein Fresskorb? Deftige Würste? Das ist praktisch gedacht, vor allem wenn die Liebste schwanger ist, aber ziemlich plump. Man könnte meinen, er würde sie für gefräßig halten. Eine feine Schokolade oder eine andere auserwählte Spezialität können immer nur ein süßer Zusatz, das Sahnehäubchen auf einem Weihnachtsgeschenk sein. Da machen sie sich dann aber ganz gut.

Was Frauen wollen: Bonnys Wunschzettel an die Männerwelt

Und wenn’s doch passiert? Wenn er ein Geschenk hervorzaubert, vor dem man am liebsten schreiend davonlaufen würde? Mein Tipp ist: einmal ist keinmal. Jeder und jede kann mal die falsche Wahl treffen, sich vergreifen. Also: Gesichtszüge unter Kontrolle behalten und sich freuen. Wenn es öfter passiert, sollte man abwägen.

Vielleicht macht es Sinn, die schräge Geschenkelage anzusprechen, frei nach dem Motto: „Wenn es ihm keiner beibringt, lernt er es nie.“ Wenn die Sache mit den Geschenken aber so ungefähr sein einziger Fehler ist, sollte man sich das verkneifen.

Jemand, der einem tagtäglich die Sterne vom Himmel holt, ist schließlich demjenigen vorzuziehen, der ab und an ein großes Feuerwerk abbrennen lässt. Schließlich ist Weihnachten ja nur einmal im Jahr.

Übrigens: Zum Thema „Geschenke für Männer“ hat sich Claudia letztes Jahr den Kopf zerbrochen.

 

Bilder: Imago