Grab them by the balls, Michelle!

Was für eine großartige Frau! Und wie bedauerlich, dass sie sich so vehement dagegen sträubt, als Präsidentschaftskandidatin anzutreten: Michelle Obama.

Wobei vermutlich gerade ihre Abneigung gegen dieses politische Amt bzw. die Politik überhaupt ein Grund sein dürfte, weshalb viele Amerikaner die Noch-First-Lady gerne in dieser mächtigen Position sehen würden.

Sie ist klug, sie ist engagiert – und eine grandiose Rednerin. All dies hat die 52-Jährige insbesondere bei ihrer Rede während des schmutzigen Wahlkampfes bewiesen, in der sie auf Trumps haarsträubende Worte über Frauen reagierte. Für mich die beste Rede des fragwürdigen Wahlkampfes überhaupt.

Klar, sie sieht auch noch umwerfend aus und hat diese bezaubernd herzliche Ausstrahlung. Auch das ist bei diesem Amt ein kaum zu unterschätzender Faktor. Zumal die Kleider, die sie bei Staatsbanketts trug, nicht einfach nur hübsch, sondern zugleich eine respektvolle Geste waren: Den jeweiligen Designer wählte Michelle nämlich entsprechend der Nationalität der Staatsgäste aus. Zuletzt begrüßten die Obamas beispielsweise den italienischen Regierungschef Matteo Renzi und seine Frau Agnese Landini im Weißen Haus – Michelle trug ein schillerndes Kleid des italienischen Designers Versace.

US-Präsident Barack Obama (rechts) und First Lady Michelle Obama begrüßen den italienischen Regierungschef Matteo Renzi und seine Frau Agnese Landini.
US-Präsident Barack Obama und First Lady Michelle Obama begrüßen den italienischen Regierungschef Matteo Renzi und seine Frau Agnese Landini.

 

Sie ist eine absolute Powerfrau. 2010 rief die First Lady „Let’s move!“ ins Leben, eine Initiative gegen Fettleibigkeit bei Kindern. Sie hat Spaß am Leben und kann auch über sich selbst lachen, wie zum Beispiel ihre Auftritte mit Jimmy Fallon und beim Auto-Karaoke zeigen:

Den schmierigen Klatsch- und Tratschblättern scheint der starke Familienzusammenhalt der Obamas kein Futter zu geben, stets treten Barack und Michelle Obama als Paar liebevoll und authentisch auf. So hat Barack etwa in einem Interview mit der Vogue über seine Frau gesagt: „Man sieht sie so, wie sie ist – eine brillante, witzige und gütige Frau, die mich, warum auch immer, geheiratet hat.“

Moral, Respekt und Anstand verkörpert diese Frau so selbstverständlich, wie es – leider – nicht mehr selbstverständlich ist. Erschreckenderweise ist gar ein genau entgegengesetztes Auftreten nicht hinderlich, wenn es darum geht, US-Präsident zu werden. In Anlehnung an Trumps widerliches Zitat lässt sich also zähneknirschend zusammenfassen: Grab them by the balls, Michelle.

 

(Bilder: dpa)