Der Sugardaddy – oder: Nattis Liebe mit „dem alten Mann“

Meine liebe Natti ist verliebt. Und der Typ ist auch in sie verliebt. Natti ist endlich wieder glücklich. Das ist schön. Nach dem Desaster mit Leif-Justin hab ich ihr das so sehr gewünscht. Es gibt allerdings einen Haken.

Natti ist 27, er ist 46 und verheirateter Familienvater. „Der alte Mann“, nennt Natti ihn, wenn sie von ihm erzählt. Seine Frau und die beiden Kinder wohnen irgendwo hinter Hannover, er selbst ist unter der Woche immer beruflich im Nordwesten unterwegs. Sobald er in Nattis Nähe ist, treffen die beiden sich. Entweder bei Natti oder in seinem Hotelzimmer. Gehen schick essen, spazieren, machen Ausflüge – frühstücken am nächsten Morgen zusammen.

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Ja – und nun?

Ich könnte Natti sagen: „Lass es lieber bleiben, das kann doch nich’ gut enden!“ Ich könnte ihr ins Gewissen reden und sagen: „Stell dir vor, DU wärst die Frau und Mutter, die von ihrem Mann mit so’nem jungen Ding betrogen wird…!“

Aber hätte es irgendeinen Sinn? Die beiden sind verliebt, süchtig nach einander. Und anscheinend war nicht nur Natti, sondern auch „der alte Mann“ schon seit einer ganzen Weile unglücklich, ehe die beiden sich begegneten. Sie sind doch beide erwachsen, warum sollten sie sich von irgendeinem besserwisserischen Außenstehenden mit moralischem Zeigefinger ihr Glück nehmen lassen?

Und was ist denn besser: Zumindest eine Zeitlang glücklich zu sein, obwohl man ein ungutes Ende schon ahnt und hinterher traurig sein wird – oder von vornherein im tristen Alltagstrott zu bleiben und die Gefühle zu unterdrücken?

Altersunterschiede

Konstellationen mit deutlichen Altersunterschieden an und für sich sind ja nichts Außergewöhnliches mehr, schon gar nicht in der mehr-oder-weniger-Promiwelt: Die Katzenberger (29) heiratet den Cordalis (43), Dieter Bohlen hat eh immer junge, hübsche Mädels an seiner Seite, letztes Jahr hat Peter Maffay (66) seine Ehefrau Tania (40) nach zwölf gemeinsamen Jahren für eine noch Jüngere verlassen – eine fast 40 Jahre Jüngere.

„Das Prinzip ist einfach, das Phänomen alt und alltäglich. Unzählige Promis machen es uns vor: Er, Mitte 60, erfolgreich und vermögend. Sie, Mitte 20, bringt nichts als ihre Jugend und Schönheit in die Beziehung. Und was machen wir? Wir verfolgen interessiert ihre Geschichten.“

Quelle: www.zdf.de/37-grad

Die umgekehrte Konstellation, also dass sie älter ist als er, scheint immer noch die Ausnahme zu sein. Die Liebe von Renata Juras (damals 41) und Ervin Unterlechner (13!) aus Österreich zum Beispiel ging vor einigen Jahren durch die Medien. Juras kam wegen Verführung eines Minderjährigen vor Gericht und wurde zu 22 Monaten auf Bewährung verurteilt. 2012, als Ervin 16 Jahre alt war, haben die beiden geheiratet. Da hatten sie bereits eine Tochter zusammen.

 

Ab wann spricht man eigentlich von „Sugardaddys“ (bzw. „Sugarmoms“)? Wenn zumindest bei einem der beiden ungleich alten/reichen Partner keine echte Liebe im Spiel ist?

Die Ehefrau, die Affäre, die Prostituierte

Ich weiß gar nicht, ob Natti überhaupt wollte, dass er seine Frau für sie verlassen würde. Vermutlich nicht. Nur in kurzen Anflügen von romantisierter Sehnsucht wahrscheinlich. Seine Ehefrau scheint nahezu das komplette Gegenteil von Natti zu sein. Eine brünette Frau mit Brille, unauffällig gekleidet, Buchhalterin. Und natürlich ebenfalls deutlich älter als Natti.

Wieviele Männer nach so vielen Jahren Ehe wohl ihre Frau betrügen? Die Oldenburger Prostituierte Jasmin hatte erzählt, dass die meisten Männer, die zu ihr kommen, verheiratet seien und ihre Frau nicht belasten wollen. Für das Gewissen kämen die Männer lieber zu ihr, statt eine Affäre zu beginnen.

…für das gute Gewissen zu einer Prostituierten gehen. Hm. Männerlogik.

https://www.youtube.com/watch?v=P9VY–TFx5Y

 

(Bilder: imago)