Wie rettet man eine Beziehung?

Blicken nicht mehr in dieselbe Richtung: Sängerin Lena Meyer-Landrut und Max von Helldorff

Wow – ich wusste gar nicht, dass Lena Meyer-Landrut acht Jahre mit ihrem Freund Max zusammen war. …Okay, ich wusste nicht mal, dass sie einen Freund hat, weil ich mich zugegeben nicht sonderlich für die Sängerin interessiere – aber dass eine so junge Frau von Beginn ihrer Karriere an über all die Jahre mit ein und demselben Mann liiert war, habe ich zumindest bislang noch nicht mitbekommen.
Ich habe mich immer schon gerade bei jungen Menschen, die von heute auf morgen zum Beispiel durch eine Castingsendung schlagartig an Bekanntheit erlangen, gefragt: Ob deren Beziehung wohl halten wird? Wenn das Leben des einen plötzlich vollkommen auf den Kopf gestellt wird, künftig im Rampenlicht stattfindet, während das Leben des anderen „normal“ bleibt?

Warum Lena und Max sich getrennt haben, hat sie nicht verraten. Das lässt ihre Follower natürlich spekulieren: „Wahrscheinlich fand dich Max in deiner natürlichen Schönheit vorher wesentlich besser, bevor du die Lippen aufgespritzt hast, Influencer wurdest, und Beauty-OPs dich verändert haben“. Dann gibt es die schäbigen, unter die Gürtellinie gehenden Kommentare á la „Da hat der Max ja alles richtig gemacht: Dich im besten Alter durchge******, nicht geheiratet und kein Kind an der Backe.“ Natürlich gibt es aber auch die positiven „Du bist toll, bleib stark“-Kommentare.

Ein Kommentar lässt mich nachdenken: „Heutzutage hält ja wirklich keine Beziehung mehr.“
Hm. Mir fällt der Spruch dieser alten Frau ein, die seit 65 Jahren mit ihrem Mann zusammen ist. Ein Reporter fragt das Paar, wie die beiden das geschafft haben. Sie erklärt: „Wir sind in einer Zeit aufgewachsen, in der man kaputte Dinge reparierte, anstatt sie wegzuwerfen.“
Natürlich gibt es „Dinge“, die unreparierbar kaputt sind. Aber was ist mit all den Beziehungen, die sich eigentlich reparieren ließen, wenn man nicht die Flinte ins Korn würfe, sondern sich der Herausforderung stellte?

Ich tippe „Beziehung“ bei Google ein. Als eines der ersten Suchergebnisse wird mir „Beziehung retten“ angezeigt. Kurzerhand lande ich auf der „ELMAR-Methode“, die mir bei der Brigitte angepriesen wird.
E steht für Erkennen der Gründe für die Krise, L für Lokalisieren des genauen Problems und wie der Idealzustand sein sollte, M für Möglichkeit („Ist die Bereitschaft, an der Beziehung zu arbeiten, überhaupt vorhanden?“), A für Aktivität, also dass man sofort handelt, aktiv dazu beiträgt, den Idealzustand zu erreichen, und viel miteinander redet, R für Rückkehr der positiven Dinge wie Wertschätzung, Dankbarkeit, kleine Aufmerksamkeiten.
Hm, klingt eigentlich alles ganz plausibel.

Auf einer Parship-Ratgeberseite werden drei unterschiedliche Ausgangssituationen durchgespielt:
Beziehung retten nach einem Streit, nach einem Seitensprung sowie nach einer Trennung. Am Ende findet man eine Übersicht der Do’s und Dont’s.
Empfohlen wird Folgendes: Erst beruhigen, dann reden. Erst Schmerz verarbeiten, dann Beziehungsthemen aufarbeiten. Immer ehrlich sein und Bedürfnisse nicht verleugnen. An sich selber und an konstruktiver Kommunikation arbeiten. Destruktive Beziehungs- und Verhaltensmuster aufbrechen.
Als kontraproduktiv wird Folgendes genannt: Nicht nach Schuld oder Schuldigen suchen. Nicht versuchen, den anderen zu ändern. Kontrolle bringt nichts. Versöhnungssex allein reicht nicht. Kein Detailwissen nach dem One-Night-Stand erfragen.

Während ich diese Tipps zwar richtig, aber nicht sonderlich überraschend finde, finde ich diesen Hinweis ganz schön: „Erfolgreiche Konfliktlösungs-Strategien in Beziehungskrisen zeichnen sich nicht dadurch aus, dass am Ende einer gewinnt. Sondern dadurch, dass die Beziehung durch den Konflikt keinen Schaden nimmt.“

Bei der freundin werden diese „Tricks“ empfohlen:
Nicht über Belangloses streiten. Das sorge nämlich für eine negative Grundstimmung. Stattdessen gelte es, bei strittigen Punkten Kompromisse zu vereinbaren.
Hören Sie einander zu. Dinge können ganz anders beim Empfänger ankommen, als sie gemeint sind. Daher solle man gegebenenfalls nachfragen.
Lassen Sie sich gegenseitig Raum. Wenn der eine mal Abstand braucht, sollte der andere nicht klammern, um den Partner ganz in die Flucht zu schlagen.
Vereinbaren Sie ein Date. Gerade längeren Beziehungen wird empfohlen, sich mal wieder Zeit nur für sich und den Partner zu nehmen, sei es in Form eines romantischen Dates oder einer spannenden Unternehmung.
Zeigen Sie einander, wie viel Sie sich bedeuten. Stichwort Wertschätzung, sei es in Form von kleinen Gefallen, Aufmerksamkeiten oder Worten.

Im Grund klingt keiner der Tipps wie „Hexenwerk“. Und eigentlich klingt alles machbar, wenngleich es gerade in Krisensituationen Kraft und Anstrengung kosten mag, an der Beziehung zu arbeiten.

Was sind eure Tipps? Und was denkt ihr, wann man eine Beziehung besser hinter sich lassen sollte?

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(Bilder: imago)