Auf uns, Mädels!

Prost, Mädels! Zum Weltfrauentag (8. März) ein Prosit auf uns – und alle Frauen dieser Welt! (Bild: imago)

Einerseits: Asche auf mein Haupt, dass „unser“ Tag an mir, einer fast-29-Jährigen, Jahr für Jahr mehr oder weniger sang- und klanglos vorbeigezogen ist. Andererseits (auch wenn das zunächst abstrus klingen mag): Was für ein Glück, dass es so ist! Dass es für meine Freundinnen und mich selbstverständlich war, in einer gleichberechtigten Welt aufzuwachsen, in der uns die Bedeutung und der Ursprung des Weltfrauentags nicht von Beginn an klar waren.

Hier findet ihr einen Hintergrund-Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema.

Dass Frauen mal in keinem europäischen Land wählen durften? Pfff, unvorstellbar heute für uns!!

Clara Zetkin, aufgenommen während des Internationalen Kongresses für gesetzlichen Arbeitsschutz im Jahre 1897 in Zürich (Schweiz). Die am 5. Juli 1857 in Wiederau geborene und am 20. Juni 1933 in Archangelskoje bei Moskau verstorbene Politikerin hatte den Internationalen Frauentag, von der SPD 1914 auf den 8. März festgelegt und nach mehrfachen Unterbrechungen 1980 wiederbelebt, im Jahre 1911 initiiert. (dpa)
Die Politikerin Clara Zetkin (*5. Juli 1857 in Wiederau, +20. Juni 1933 in Archangelskoje bei Moskau), hier im Jahre 1897, hatte den Internationalen Frauentag im Jahre 1911 initiiert. (dpa)

 

„Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte“ forderte die deutsche Sozialistin Clara Zetkin 1910 auf dem II. Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen. Ein Jahr später gingen erstmals Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz zum Frauentag auf die Straße. Ihre zentrale Forderung: Einführung des Frauenwahlrechts und Teilhabe an der politischen Macht. Außer in Finnland durften zu diesem Zeitpunkt in keinem europäischen Land Frauen wählen. In Deutschland wurde Frauen dieses Recht erst 1918 zugestanden. In der Schweiz dürfen Frauen sogar erst seit 1971 wählen.

Quelle: http://www.bpb.de

Während der NS-Herrschaft in Deutschland wurde der Internationale Frauentag als sozialistischer Feiertag verboten. Stattdessen propagierten die Nationalsozialisten den Muttertag und die „biologische Verpflichtung“ der Frau… (Entschuldigung, mir kam grad etwas Kotze hoch.)

Im Zuge der neuen Frauenbewegung in der Bundesrepublik Ende der 1960er Jahre gelangte der Frauentag wieder in das westdeutsche Bewusstsein zurück.

Das Archivbild vom 12.10.1968 zeigt Angehörige des "Aktionsrates zur Emanzipation der Frau" des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), die auf einer SPD-Veranstaltung in der Frankfurter Paulskirche zum 50. Jahrestag des Frauenwahlrechts mit Transparenten demonstrieren. Die Proteste von 1968 gelten als die Geburtsstunde der Frauenbewegung. Im Januar 1972 feierten Frankfurter Frauen die erste Fete, zu der Männer keinen Zutritt hatten. (dpa)
12. Oktober 1968: Angehörige des „Aktionsrates zur Emanzipation der Frau“ des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) demonstrieren in der Frankfurter Paulskirche zum 50. Jahrestag des Frauenwahlrechts. Die Proteste von 1968 gelten als die Geburtsstunde der Frauenbewegung. Im Januar 1972 feierten Frankfurter Frauen die erste Fete, zu der Männer keinen Zutritt hatten. (dpa)

 

Die Forderungen hingen wesentlich von den historischen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab: Zu Beginn des letzten Jahrhunderts kämpften Frauen für ihre fundamentalen politischen und bürgerlichen Rechte, wie etwa das Recht auf Bildung. In den 1960er und 70er Jahren erreichte die Frauenbewegung im Kampf gegen den Abtreibungsparagraphen 218 einen Höhepunkt.

Quelle: http://www.bpb.de

Die Sechziger Jahren waren zwar vor meiner Zeit – doch gibt es eine Fernsehserie von damals, die ich als kleines Mädchen totaaal toll fand: Bezaubernde Jeannie. Mit Barbara Eden. Jeannie hatte immer sooo schöne Sachen an, sogar pinkfarbene, sie hatte tolle Frisuren – und konnte auch noch zaubern! Und ständig hat sie Schabernack getrieben. Als ich viele Jahre später mal bei Jeannie auf Youtube vorbeischaute, traf es mich wie der Schlag: Eine leicht bekleidete, naive Frau, die ihrem „Meister“ alle Wünsche erfüllt? Oh mein Gott! Wäre eine solche Serie heute in der Form noch denkbar? …Zwar haben wir Fernsehformate wie „Der Bachelor“, aber immerhin gibt es dazu das weibliche Pendant.

Wichtige Forderungen der Frauenbewegung heute sind die Frage nach der Rolle von Frauen in politischen Entscheidungsprozessen sowie der weltweite Kampf gegen Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Liebe Damen󾆫, herzlichen Glückwunsch zum #Weltfrauentag und zur „absoluten Mehrheit“: 51% der Deutschen sind Frauen….

Posted by Bundesregierung on Dienstag, 8. März 2016

 

Apropos heute: Auch heute schlage ich immer wieder die Hände überm Kopf zusammen, wenn ich so manche Fotos von Frauen in Zeitschriften sehe… Klar, „perfekt“ aussehende, gephotoshopte Models – oft mit leicht geöffnetem Mund und laszivem Blick – sind nix Neues mehr. Aber was soll denn zum Beispiel sowas hier?

(gesehen in der Glamour, Oktober 2015)

 

Das ist doch bestimmt eine hübsche Frau – wieso ist sie so, Verzeihung, abartig in Szene gesetzt?!
Krasser Kontrast dazu, aber genauso verstörend wirken diese Mode-Fotos (übrigens in derselben Zeitschrift) auf mich:

(gesehen in der Glamour, Oktober 2015)

Das arme Mädchen, denke ich da unwillkürlich.

Nun bin ich gar nicht auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen sowie die von Männern dominierten Vorstände in Unternehmen eingegangen.
Das lasse ich einfach mal den Männerbeauftragten erledigen: