Achtung, Schwiegermutter im Anmarsch!

Neuer Mann, neue Schwiegermutter! Irgendwann in nächster Zeit werde ich Mirkos Mutter kennenlernen. Auch wenn ich im Laufe der Jahre ziemlich entspannt bei dem Thema geworden bin, frage ich mich, was für ein Typ sie wohl ist – und natürlich, ob wir uns gut verstehen werden.

Ich hab mich bei Freundinnen umgehört. Und dabei festgestellt, dass bei weitem nicht jede so positive Erfahrungen gemacht hat wie ich. Letztlich kam ich zu diesen unterschiedlichen Typen von Schwiegermüttern:

 

1. Die „Du bist nicht gut genug für meinen Sohn“

Furchtbar. Eine Freundin hat mir von ihrer Bekannten erzählt: Diese ist 31, seit knapp zwei Jahren mit ihrem Freund zusammen – und seit ein paar Monaten schwanger. Trotzdem wahrt die Mutter ihres Freundes eine kühle Distanz zu ihr, die beiden sind immer noch per Sie. Jeder Besuch bei dieser Familie ist für die Freundin schrecklich. Der Mutter reicht es anscheinend nicht, dass die Freundin „nur“ Realschullehrerin ist. Ihr eigener Mann hat sich in der Baubranche hochgearbeitet. Aha. Und was hat sie selbst im Leben schon gemeistert?!

 

2. Die Nette, aber…

Halt du mal eben die Vase fest, da muss nur rasch ein bisschen Wasser drauf, und dann machen wir euren Garten im Nu wieder hübsch…!

 

Gewiss, sie ist TOTAL nett! Und bestimmt eine völlig akzeptable Variante einer Schwiegermutter. Nein nein, sie will sich nicht einmischen, die türkisfarbenen Plissee-Vorhänge für die Wohnung ihres Sohnes mit der reizenden Freundin sind einfach ein GANZ lieb gemeintes Geschenk…

 

3. Die Mäkelnde

Zwar ist sie vom Tonfall und auch sonst immer recht freundlich…zumindest tut sie so. Aber im Grunde wartet man nur darauf, dass sie im nächsten Moment zwischen den Zeilen ihre Missbillung für etwas zum Ausdruck bringen will.

Oh, die Ecke lasst ihr beim Putzen gerne mal aus, was?

Sag mal, trägst du die (Jeans im used Look mit Verwaschungen und Löchern) eigentlich auch im Berufsleben?

Sie kritisiert nicht direkt. Das ist das Schlimme: Sie ist raffiniert. Das macht es so zermürbend.

Warum tut sie das?

 

4. Die Liebe

Eine wirklich sympathische, nette Frau! Sie scheint einen aufrichtig zu mögen. Nicht gut genug für ihren Sohn? Lächerliche Gedanken! Im Gegenteil: Bei der Mutter meines Ex’ hatte ich gar den Eindruck, sie hätte lieber mich als Tochter als Florian als Sohn. Der hat sich ihr gegenüber nämlich immer ziemlich kurz gegeben und hatte auch sonst oft keinen allzu hohen EQ im Umgang mit seinen Eltern.

 

5. Die Glückliche

Jackpot, Baby!

Noch während man sich während des Wartens darauf, dass das Geburtstagskind auf das Klingeln hin die Haustür öffnet, überlegt, was man zur Begrüßung Nettes sagen könnte, geht schon die Tür auf, und ein glückliches Gesicht mit leicht geröteten Wangen sagt:

Ach, schön, dass ihr auch da seid, kommt rein, nehmt euch n Gläschen und feiert schön.

Und dann ist man samt des Freundes und dessen bestem Kumpel auch schon mittendrin in der bestens gelaunten Geburtstagsgesellschaft der Schwiegermutter in spe. Natürlich ist es eine Motto-Party. Nach etwa zwei Stunden tauchen die gut gelaunten, jetzt noch etwas geröteteren Wangen dann wieder auf, samt der Frage: Magst du Pink? Die Sängerin? Ich mach jetzt die DVD vom Live-Auftritt auf Leinwand an. Ich find die Frau klasse!

Es zeigt sich immer wieder: Nichts macht einen Menschen so schön wie von innen herausstrahlendes Glück.

 

6a. Die Peinliche

Das Album mit den (peinlichen) Kinderfotos hat man quasi gleich beim ersten Kennenlernen auf den Schoß gelegt bekommen. Damit man die allerpeinlichsten Stellen nicht (absichtlich) übersieht, tippt sie mit dem Finger drauf und kommentiert entsprechend. An die schmerzhafte Geburt ihres Sohnemannes erinnert sie sich natürlich noch genauso gut wie an den Zeitpunkt, als er das erste Mal aufs Töpfchen gegangen ist. Mehr als „Aah“, „Mhm“ oder „Oha“ erwartet sie dabei nicht an Reaktionen. Von der mehr als genervten Reaktion ihres Sohnes lässt sie sich nur bedingt aufhalten.

 

6b. Die „Das Problem ist nicht sie, …“

…sondern er! Er, der Vater. Macht peinliche – gerne sexistische oder sonst wie diskriminierende – Witze, über die die Anwesenden in der Regel nur aus Verlegenheit lachen, was ihn wiederum nur bestätigt und noch mehr befeuert. Der Sohn findet diesen Auftritt hochgradig peinlich, und man weiß selbst gar nicht so genau, wie man sich in diesem über lange Zeit gewachsenen Beziehungsgeflecht verhalten soll. Die Schwiegermutter, die selbst eine ganz liebe ist, tut einem leid.

 

Falls ihr Ergänzungen oder Tipps im Umgang habt – immer her damit! 😉

 

(Bilder: imago)